Sonnenuntergang Außenalster Hamburg

Hello Hamburg! Nice to meet you. Let’s be friends.

Allgemein

Offen und kommunikativ, vielleicht auch etwas vorlaut – die Eigenschaften, mit denen mich vermutlich Freunde und Familie beschreiben würden. Beliebt, aber bei weitem nicht von allen gemocht, würde ich meine Rolle in der Schule und im Studium beschreiben. Fremde Menschen in der Fußgängerzone oder im Einkaufszentrum anzusprechen, um ihnen ein Zeitungsabo zu verkaufen oder sie zu interviewen, brachte mir immer schon mehr Spaß als Unbehagen.

Addiere ich die oben genannten Faktoren mit der Einwohnerzahl Hamburgs und gebe eine ordentliche Prise meiner Zuversichtlichkeit hinzu, erhalte ich unterm Strich ein positives Ergebnis. Wie ich das Ganze noch zusätzlich pushte? Durch Verabredungen über Facebook-Gruppen, Teamsport, Besuch von Veranstaltungen, das bewusste Verlassen meiner Komfortzone und direktes Zugehen auf Personen. Ja sogar Komplimente machte ich Fremden in der Bahn oder stieg an falschen Haltestationen aus, um ein eben begonnenes Gespräch fortzusetzten. Umso ernüchternder ist das tatsächliche Resultat meiner Bemühungen. Der Fakt, sich umgeben von rund 1,7 Millionen Menschen einsam zu fühlen.

Woran es liegt? Tja, eine durchaus gute Frage! Zum Teil an völlig normalen Umständen, wie Jobwechsel und damit verbundenen Wegzug liebgewonnener Menschen oder verschiedenen Wellenlängen zweier Personen. Häufig stellte ich auch einfach fest, dass im Leben Vieler schlichtweg kein Platz und keine Zeit für neue soziale Kontakte blieb. Bereits außer Acht gelassen derer, die ihr Leben täglich an der Türschwelle ihres Arbeitsgebers abgeben. Aber kann man es ihnen übelnehmen? Wohl kaum!

Man sagt doch immer, dass alles auch eine positive Seite hat. Oft kann man diese im ersten Moment nicht wahrnehmen, ist zu beschäftigt und abgelenkt von seiner Gefühlswelt. Bei näherer Betrachtung konnte ich meinem gelegentlichen Einsamkeitsgefühl aber in der Tat etwas Positives abringen. Ich lernte:

  • allein sein zu können
  • mich selbst besser kennen
  • meine Umwelt bewusster wahrzunehmen
  • und meine Komfortzone noch häufiger zu verlassen.

Für die kurze Zeit von etwa 10 Monaten, die ich nun in Hamburg lebe, kenne ich ungemein viele Menschen. Alleine an diesem Satz bemerke ich, wie unglaublich dehnbar so manche Begrifflichkeiten sein können. Mit dem Begriff „kennen“ verhält es sich wohl ähnlich wie mit Worten wie sauber, alt, günstig oder reich. Vieles liegt wohl tatsächlich im Auge des Betrachters. Also Augen zu und durch! 😉

Hier, wo in einem Brief die PS-Zeile stehen würde, möchte ich noch einem mir in kürzester Zeit sehr ans Herz gewachsenen Menschen danke sagen! Danke für dein offenes Ohr, die gemeinsamen Abende und Ausflüge und vor allem: Danke für die Hilfe bei meinem letzten Umzug!!

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