Tapetenwechsel: Pfiat di Kleinstadt! Moin Hamburg!

Allgemein, Reisen

Spätestens, wenn um 11:30 Uhr die letzten Kollegen im Büro eintrudeln, den Kopf zur Tür herein stecken und „Moin“ sagen, wird mir bewusst in Hamburg zu sein. Vorbei sind die Zeiten, in denen ich mich mit einem verwirrten Blick zur Tür umdrehte und sagte – „Für ein Guten Morgen ist es etwas spät!“. Wie heißt es so schön – gut Ding will Weile haben – und so gestaltete es sich auch beim daran gewöhnen an die typische Hamburger Begrüßung, die hier bei jeder Tag- und Nachtzeit „Moin“ oder „Moin moin“ lautet.

Aber nicht nur im Sprachgebrauch stößt man auf zahlreiche Besonderheiten, die typisch sind für die „schönste Stadt“ Deutschlands. Abgesehen von meinen sprachlichen Differenzen, die sich erst dann richtig bemerkbar machten, als ich beispielsweise Hackfleisch als „Faschiertes“ oder Meerrettich als „Kren“ bezeichnete, waren mir kulinarische Spezialitäten, wie ein süßes Franzbrötchen oder der gewöhnungsbedürftige Partyshot „Mexikaner“, unbekannt. Gelang es mir früher nie die Nächte durchzufeiern, ist es hier quasi ein Muss. Der altbekannte Fischmarkt am Hafen öffnet nämlich erst in den frühen Morgenstunden seine Tore. Dort ein Fischbrötchen zu essen ist genauso kennzeichnend für Hamburg, wie beim Mittagstisch statt eines Radlers, ein Alsterwasser zu bestellen.

Ein vorbildliches Verhalten legen die Hamburger bei der Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel an den Tag. Im Gegensatz dazu, was man in anderen Großstädten beobachtet, steigen hier alle musterhaft vorne ein und weisen sich aus. Brenzlig werden kann es für jemanden aus der Kleinstadt jedoch, wenn man tagträumend aus dem Bus steigt und dem Fahrradweg, auf dem Radfahrer zügig unterwegs sind, keine Beachtung schenkt.

Heiß her und wenn es einem beliebt vor allem hoch hinaus geht es auf dem Hamburger Dom. Wer auf Nervenkitzel steht und gleichzeitig die Stadt gerne mal aus einer anderen Perspektive sehen möchte, kommt hier voll auf seine Kosten. Für alle, die den Boden unter ihren Füßen schätzen, gibt es zahlreiche Spielbuden und kulinarische Leckereien. Mag man es lieber etwas idyllischer und ruhiger, ist der städtische Weinberg, von dem man das quirlige Treiben am Hafen beobachten kann, genau das Richtige. Mit einem mitgebrachten Glas Wein, lassen sich von diesem Spot aus wunderbar der Sonnenuntergang und die letzten wärmenden Sonnenstrahlen genießen. Wen es zum Wasser hinzieht, wer gerne den Sand unter seinen Füßen spürt oder gerne, wie in der Kindheit Sandburgen baut, ist am Ottensener Strand in Övelgönne gut aufgehoben. Dort trifft sich Jung und Alt, um in einer gemütlichen Runde zu schnacken und den Schiffen hinterherzuträumen.

Kommt man aus einer Kleinstadt, wo einem die Möglichkeiten so begrenzt erscheinen, wirkt Hamburg wie die Stadt, in der einfach alles möglich ist. Wettertechnisch trifft dies wohl am meisten zu, wobei dies der Liebe zur Stadt keinen Abbruch tut. Abgesehen von den vielen Facetten, welche die Stadt selbst bietet, machen die Menschen, die hier leben, diesen Ort für mich zu etwas ganz Besonderem. Sie begegnen einem mit Herzlichkeit und vermitteln das Gefühl von Zugehörigkeit, egal woher man kommt, denn alle gemeinsam verbindet das einzigartige Lebensgefühl in dieser Stadt.

Hambuger Weinberg

Am Hamburger Weinberg mit Blick über den Hafen

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2 Gedanken zu “Tapetenwechsel: Pfiat di Kleinstadt! Moin Hamburg!

  1. Auch wenn ich kein Hamburger bin, so vermag ich doch zu behaupten, dass dir da eine hübsche Kurz-Charakterisierung der Hamburger Lebensart gelungen ist 😊.

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